17. September 2025
Kaleidoskop
Manchmal schleicht sich einem ein Album ins Ohr, ohne dass man genau erklären kann, warum. Bei mir sind das oft Soloalben. Dieses hier stammt von der Gitarristin Mareille Merck (*1996). Es trägt den Titel „Kaleidoskop“ (Fretboard Records) – ein Name, der bestens passt. Es ist ein ruhiges Kaleidoskop, das sich bedächtig dreht und doch in zahlreichen Farben schimmert. Je öfter man hineinhört, umso deutlicher zeigt sich, wie vielschichtig die Stücke sind und wie viel Sorgfalt und Sinn für Nuancen in ihnen liegt. Mit jedem Hören gewinnen die Klangbilder an Tiefe. Bis auf „My Favorite Things“ von Richard Rodgers und ein Stück von Steve Swallow stammen alle Kompositionen von Merck selbst.
Bemerkenswert ist auch das Cover: eine Zeichnung von Bernhard Bamert, die – ähnlich den rätselhaften Vexierbildern von M. C. Escher – zum langen Sinnieren einlädt, ohne je ganz greifbar zu werden.