17. August 2026
Tosende Stürme und leichte Brisen
Eines meiner eindrücklichsten Konzerterlebnisse hatte ich im Jahr 2001, als die Hauptbühne des Jazzfestivals Saalfelden noch unter einem Zeltdach stand. Auf der Bühne ein einziger Akkordeonspieler, flackernde Lichtspiele und der Eindruck, einem tosenden, durchs Zelt fegenden Sturm beizuwohnen.
Elektronisch verstärkt und vielfach multipliziert läutete der Finne Kimmo Pohjonen damals eine neue Ära des „Schifferklaviers“ ein. Dieser Sturm weht bis heute — und hat nun Verstärkung bekommen: Mats Gustafsson, der Meister vieler Gebläse. Neben diversen Saxophonen, Klarinetten und Flöten setzt er auf Live-Elektronik, Harmonika und Orgel. Pohjonen reicht sein elektrifiziertes Akkordeon.
Ihr gemeinsames Album „Two Balls Are Enough“ (Trost) ist ein musikalisches Bällezuwerfen der Extraklasse. Manchmal klingt es wie exquisite Rummelplatzmusik („Magna“), dann wieder experimentell-verspielt unter anderem beim Titelstück, voluminös-betörend in „Slow Down the Beating“ und schließlich feingliedrig zum Abschluss mit „Backengrillen 1“.
Ein ungewöhnliches Duo, das die leisen Töne ebenso souverän beherrscht wie die lauten. Am besten genießt man das mit Kopfhörern!