7. November 2025

Lines for Lions

Es ist November, und ich beginne zu sinnieren, welche Alben wohl meine Favoriten des Jahres werden könnten. Und just am heutigen Tag erscheinen zwei starke Anwärter darauf.

Zunächst drei mir wohlbekannte Musiker, in deren Adern viel Poesie fließt – und die für diese Aufnahme ihre Jimmy-Giuffre-Lektion besonders gut verinnerlicht haben. Vincent Courtois spielt sein Cello, als wäre er eine Inkarnation des Gitarristen Jim Hall. Die beiden Bläser, Daniel Erdmann am Tenorsaxofon und Robin Fincker an der Klarinette bzw. ebenfalls am Tenorsaxofon, bilden mit Courtois ein perfekt eingespieltes Trio, das von fein abgestimmtem Gleich- und Gegenklang lebt.

„Lines For Lions“ (La Buissonne) heißt das Album und ist eine Reminiszenz an den West-Coast-Jazz, der in den 1950er-Jahren als relaxtes Pendant zum eher komplexen Bebop entstand. Die drei formen daraus eine extrem dichte Musik, der man immer wieder begeistert lauschen kann.

Die Vorstellung des anderen Albums folgt in den nächsten Tagen – denn das ist ziemlich herausfordernd.