3. März 2026

Stempel

Die Musik von Duke Ellington kann man nachspielen, interpretieren, ganz anders interpretieren oder ihm einfach seinen eigenen Stempel aufdrücken. Letzteres macht Jason Moran mit seiner unverkennbaren Handschrift hier alleine am Klavier so überzeugend, dass man als Hörer gut daran tut, sich gelegentlich bei den Originalstücken rückzuversichern. Das soeben erschienene Album „Jason Moran plays Duke Ellington“ ist das Ergebnis einer langjährigen Leidenschaft und Beschäftigung mit Duke Ellingtons Musik sowie einer Konzerttournee zu seinem 125. Geburtstag vor zwei Jahren. Es enthält zehn Ellington-Kompositionen sowie zwei Eigenkompositionen Morans.

Jason Moran vertreibt seine Musik über sein eigenes Label Yes Records und Bandcamp. Dadurch haben seine Publikationen leider weniger Reichweite. Es ändert aber nichts daran, dass er in regelmäßigen Abständen hervorragende Alben wie hier und hier herausbringt und dass man ihm als einem der wichtigsten Vertreter, Forscher und Erneuerer des zeitgenössischen Jazz unbedingt zuhören sollte.

PS: Morans perlende Version der Fleurette Africaine würde sicherlich auch in diesem Artikel gut passen und ein weitere Artikel auf dieser Seite zu Duke Ellington findet sich hier.